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  • Nach Putschversuch

    Zehntausende zu Türken-Demonstration in Köln erwartet

    Türken-Demo in Hamburg nach dem Putschversuch: Erdogan-ANhäner mobilisieren Foto: dpa

    Türken-Demo in Hamburg nach dem Putschversuch: Erdogan-ANhäner mobilisieren Foto: dpa

    KÖLN. Anhänger des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben zu einer Großdemonstration für die Regierung in Ankara aufgerufen. Angemeldet wurde die Kundgebung, die am 31. Juli stattfinden soll, von der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“, die als verlängerter Arm von Erdogans AKP in Deutschland gilt.

    Die Veranstalter rechnen mit 15.000 bis 30.000 Teilnehmern. Ursprünglich sollte die Demonstration bereits an diesem Wochenende abgehalten werden. Wegen fehlender Polizeikapazitäten sowie der zugleich stattfindenden Rheinkirmes wurde dieser Terminwunsch jedoch zurückgezogen.

    Bereits während und nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei hatte es deutschlandweit Demonstrationen von Erdogan-Anhängern mit zum Teil bis zu 5.000 Teilnehmern gegeben. In Berlin wurde der Menge laut Zeugen ein Megaphon der Polizei gegeben, durch das „Allahu Akbar“ skandiert worden sein soll.

    Die Berliner Polizei verteidigte die Übergabe des Megaphons an die aufgebrachte Menge. Auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT teilte die Pressestelle der Polizei mit: „Auf Bitten des Veranstalters überreichte der Einsatzleiter ein Polizeimegaphon an einen der Ordner. Versammlungsteilnehmer wurden durch nachströmende Teilnehmer an die Absperrgitter gedrückt.“ Durch die Übergabe des Megaphons hätten „Durchsagen zur ‘Lenkung’ der Teilnehmer, die dringend notwendig waren, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, getätigt werden“ können. Andere Aussagen habe der Einsatzleiter nicht wahrnehmen können. (ho)

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  • Türken-Demonstrationen

    Österreich empfiehlt Erdogan-Anhängern Ausreise

    Sebastian Kurz: Erdogan-Demonstrationen aus der Türkei initiiert Foto: picture alliance / Sven Simon

    Sebastian Kurz: Erdogan-Demonstrationen aus der Türkei initiiert Foto: picture alliance / Sven Simon

    WIEN. Österreichs Außenminister hat Erdogan-Anhängern die Ausreise nahegelegt. „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, dem steht es frei, unser Land zu verlassen“, sagte der Sebastian Kurz (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA. Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei waren in Österreich und Deutschland zahlreiche Erdogan-Anhänger auf die Straße gegangen. Für Kurz waren die Kundgebungen „alles andere als lobenswert“.

    Wer Konflikte in ein Land trage, beeinflusse das Zusammenleben negativ, warnte Kurz. Zuvor hatte der auch für Integrationsfragen zuständige Minister den türkischen Botschafter Hasan Göğüş ins Außenministerium zitiert. Er habe wissen wollen, „in welche Richtung sich die Türkei weiterentwickelt“, begründete Kurz im Radiosender Ö1 diesen Schritt.

    Türken-Demonstrationen aus der Türkei gesteuert

    Zudem habe das Außenministerium Hinweise erhalten, wonach die Demonstrationen in Österreich „direkt aus der Türkei“ initiiert worden waren. Das sei „absolut unhaltbar, dagegen wollen wir protestieren“, unterstrich Kurz. Bei den türkischen Protesten in Wien war ein kurdisches Restaurant angegriffen worden.

    Der FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hatte das Aussetzen der Verleihung von österreichischen Staatsbürgerschaften an türkische Einwanderer gefordert. Er monierte, die Demonstrationen hätten nicht spontan stattgefunden, sondern „auf Knopfdruck aus Ankara“, sagte er der Tiroler Tageszeitung. Außerdem hatte er bemängelt, daß für viele Demonstranten offenbar die Türkei die Heimat sei und nicht Österreich. Seine Partei wolle der Frage nachgehen, „wie viele dieser Demonstranten im Besitz einer illegalen Doppelstaatsbürgerschaft sind“.

    Laut der Tageszeitung Presse war während der Türken-Demonstration auch der Spruch „Bas Kaldiranin Basini Kesin“ (sinngemäß: Der, der den Kopf erhebt, dessen Kopf wird abgeschnitten) auf einem Plakat zu sehen. Der Verfassungsschutz hatte angekündigt, zu prüfen, ob verbotene Flaggen oder Symbole gezeigt wurden. Die Landespolizei ermittelt wegen Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. (ls)

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  • Meinung

    Der neue gefährliche Kontinent

    Touristen vor dem Kölner Dom Foto: dpa - Report

    Touristen vor dem Kölner Dom Foto: dpa – Report

    Nicht nur die Europäer empfinden ihren Kontinent als zunehmend unsicheres Pflaster. Sich häufende Terroranschläge, Krisen und die zunehmende Überfremdung der Innenstädte bewirken einen verheerenden Bruch in der Wahrnehmung Europas in der übrigen Welt. Die Zeiten, als Schloss Windsor, der Louvre und Neuschwanstein das Image des Kontinents prägten – Sinnbilder einer zivilisatorisch hochstehenden, glänzend organisierten und wohlhabenden Weltregion –, sind ein für alle Mal vorbei.

    In dieser Woche hat die Lufthansa eine offizielle Gewinnwarnung herausgegeben. Das sogenannte bereinigte Ebit – der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern – wird den Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro heuer nicht erreichen. Vorstandschef Carsten Spohr macht dafür vor allem die rückläufigen Vorausbuchungen auf den Langstreckenverbindungen nach Europa verantwortlich. Auf Deutsch: Die reichen Besucher aus Asien und den beiden Amerikas, die den Löwenanteil des interkontinentalen Tourismus stellen, kommen nicht mehr in gewohnter Zahl. Wobei man davon ausgehen darf, daß Air France und die anderen europäischen Fluggesellschaften in ähnlicher Lage sind.

    Kleines Kundensegment mit großen Auswirkungen

    Daß sich Veränderungen in einem vergleichsweise kleinen Kundensegment in einem solchen Maß auf das Lufthansa-Ergebnis durchschlagen, zeigt auch, wie ausgelutscht die Margen im Massengeschäft – Tourismus und Business – sind. Im innereuropäischen Flugverkehr ist schon lange kein Blumentopf mehr zu holen. Jedenfalls seit die profitable Businessklasse sogar von Geschäftsreisenden zunehmend gemieden wird. Da auch die Transatlantikflüge nicht eben profitträchtig sind, hängt der Lufthansagewinn inzwischen überdurchschnittlich an den Individualreisenden und Besuchergruppen aus Asien.

    Daß jetzt ausgerechnet eine chinesische Familie Opfer eins IS-Anhängers wurde, der in einem Regionalzug bei Würzburg mit Axt und Messer auf seine Mitreisenden losging, hat im Reich der Mitte für Aufsehen gesorgt. Es wird richtig sein, dass der Angriff jeden Beliebigen hätte treffen können, doch das ändert wenig an der Wahrnehmung in China selbst. Dort interpretiert man den Anschlag als Beleg für die Gefahr, der Chinesen bei uns heute ausgesetzt sind. 578.000 chinesische Touristen wurden ursprünglich 2016 in Deutschland erwartet, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Bei rund 660 Euro, die durchschnittlich jeder von ihnen – zusätzlich zu Transport und Logis – pro Reise in Europa lässt, läppert sich da einiges zusammen. Nach den jüngsten Ereignissen dürften es am Ende einige Tausend oder gar Zehntausend Touristen weniger werden.

    Touristen: Nicht mehr ihr Europa

    Die vielgelobten Mittelschichten mögen unerläßlich sein für die gesellschaftliche und politische Stabilität. Die teuren Hotels, Restaurants und Luxusmarken von Neapel bis Stockholm, die das europäische Image in der Welt ganz entscheidend mitprägen, ernähren sie jedoch nur zum Teil. Ohne Besucher aus fernen Ländern und Kontinenten wären ganze europäische Industrien, die Millionen beschäftigen, nicht überlebensfähig.

    Wenn heute schon russische Reisende, die Europa vor 1990 gar nicht gekannt haben, beklagen, dass „Paris nicht mehr Paris“ und „Brüssel nicht mehr Brüssel“ seien, sollte uns das eine Warnung sein. Nicht nur viele Europäer fühlen sich immer fremder im eigenen Land. Auch Besucher aus anderen Kontinenten sagen inzwischen offen, daß dieses Europa nicht mehr das ihre ist.

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  • Nach Amoklauf

    München kehrt zur Normalität zurück

    Polizeieinsatz in München nach Amoklauf Foto: Picture-Alliance/Tobias Hase

    Polizeieinsatz in München nach Amoklauf Foto: Picture-Alliance/Tobias Hase

    MÜNCHEN. Die Bedrohungslage in München hat sich wieder entspannt. Bei dem Täter handelte es sich vermutlich um einen iranischstämmigen Einzeltäter, der sich nach seiner Bluttat selbst getötet hat. Er ist nach Polizeiangaben für mindestens neun Tote und über zwanzig Verletzte verantwortlich.

    Die Lage hat sich normalisiert. Die öffentlichen Verkehrsmittel, die gestern wegen Terrorgefahr außer Betrieb genommen worden sind, fahren wieder. Die Polizei hat die Wohnung des Täters gestürmt. Es handelt sich um einen iranischstämmigen Münchner, der vom Dach eines Parkplatzes aus einem Augenzeugen zugerufen hatte, er sei „Deutscher“ und „hier geboren“.

    Das Motiv des 18jährigen liegt noch im dunkeln. Vermutlich ist er Moslem. Laut CNN habe er „Allahu Akbar“ gerufen, aber für diese Information gibt es keine weitere Bestätigung. Seine iranische Herkunft spricht eher gegen eine Zugehörigkeit oder Sympathie für den IS, der Rückhalt vor allem in arabischstämmigen Kreisen genießt. Andererseits hat der IS die Verantwortung für die Tat übernommen.

    Heute Mittag wird die Polizei eine Pressekonferenz abhalten, bei der sie über den Stand der Ermittlungen informieren will. (rg)

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  • Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen

    Norbert Häring

    Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen

    Gebunden, 256 Seiten

    Stasi war gestern. Bargeldlos ist heute

    Stehen Sie gern nackt vor Ihrem Bankberater? Das tun Sie aber künftig, weil er jede einzelne Zahlung von Ihnen kennt. Er weiß deshalb auch, was Sie mit wem letztes Wochenende gemacht haben. Das Finanzamt ebenfalls. Und der Hacker sowieso.
    Weltweit arbeiten Regierungen und Banken daran, Münzen und Scheine abzuschaffen – vorgeblich im Kampf gegen Terrorismus und Steuerhinterziehung. Dabei gefährdet das Bargeld nicht unsere Sicherheit und Freiheit, es bewahrt sie. Ohne Zugang zu Bargeld sind wir bald auf Gedeih und Verderb Staatsmacht und Banken ausgeliefert.
    Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring macht deutlich, wie Politik und Finanzwelt alles daransetzen, um die völlige Informationskontrolle über uns und unser Leben zu bekommen. Er erklärt, warum wir es unter keinen Umständen zulassen dürfen, dass das Bargeld zurückgedrängt wird, und wie wir uns kollektiv gegen die drohende Übermacht von Banken und Staat zur Wehr setzen können.

    »Der Kontrollstaat kommt auf leisen Sohlen. Häring zeigt, wie die Bargeldabschaffung unsere Freiheit zerstört. Pflichtlektüre.« Prof. Max Otte

    http://www.kopp-verlag.de/Die-Abschaffung-des-Bargelds-und-die-Folgen.htm?websale8=kopp-verlag&pi=124137&ci=000438&ref=NEWSLETTER2016-07-22&subref=Bargeld
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  • Terror in Deutschland: „Wo bleibt Protest der friedliebenden Muslime?“ fragt Bischof

    Mit dem Axt-Anschlag von Würzburg wurde islamistischer Terror greifbar in Deutschland. Schon kurz nach dem Nizza-Attentat fragte ein Passauer Bischof, warum die Mehrheit der muslimischen Gemeinde schweigt, statt zu protestieren. Er wünscht, es wäre umgekehrt.

    Auf die Aussage hin, dass der IS Muslime in Europa zum Terror motiviere, sagte der Kriminologe Christian Pfeiffer im Interview mit der „Rheinischen Post“:

    „Stimmt – ein Riesenproblem. Aber wir dürfen nicht übersehen: Die riesige Mehrheit der Moslems lehnt diese Fanatiker ab, ebenso alle wichtigen religiösen Führer. Sehr viele Flüchtlinge sind hierhin gekommen, weil sie mit dieser Art des Terrorismus und religiösen Faschismus nichts zu tun haben wollen.“

    Man könne die große Mehrheit der Moslems nicht für die Verbrechen einer kleinen Minderheit mitverantwortlich machen.

    Doch die Muslime schweigen

    Während angesichts des Putschversuches in der Türkei Tausende Muslime auf den Straßen demonstrierten, sieht man keine Tausende Muslime auf den Straßen, die sich gegen die Terrorangriffe islamistischer Täter einsetzen. Und das passive Schweigen der muslimischen Mehrheit wird von vielen Menschen als stille Unterstützung gewertet.

    So schrieb der Passauer Bischof Stefan Oster, als er am 15. Juli, also noch vor der Bluttat von Würzburg, einen Blogbeitrag auf seiner Seite veröffentlichte:

    „Fassungslos über das Geschehen trauern und beten wir für die Opfer von Nizza. Und wir fragen uns: Wann endlich? Nach diesem Terrorakt – und nach denen in Paris, nach Brüssel, nach Istanbul, nach Madrid, nach, nach, nach…. Nach den Gräueltaten von IS, Boko Haram, Al Kaida und anderen Terrorgruppen auf allen Kontinenten der Welt, nach, nach, nach…. Wann endlich kommt der kollektive, der große gemeinsame Aufschrei aller friedliebenden und wirklich ihrem Gott ergebenen Muslime der Welt, dass sie ihren Glauben nicht länger im Namen von Terroristen missbrauchen lassen wollen?“

    Er fragt, wann es eine gemeinsame große Demonstration der Friedfertigkeit „von der großen Zahl der Muslime, die in unserem Land leben“, gibt.

    Schweigen sie aus Angst?

    Doch dann stellt er die Gretchenfrage:

    „Oder sind sie deshalb so wenig hörbar und sichtbar, weil sie sich fürchten?“ (Bischof Stefan Oster, Passau)

    Doch vor wem? „Vor der Mehrheit, vor den Gewalttätigen, vor den Hütern einer nur buchstäblichen Auslegung des Koran? Oder, weil es die islamische Theologie am Ende doch nicht hergibt?“, fragt der Bischof.

    Dabei verweist er auf die Folgen des Schweigens: „Denn je weniger sie es tun, desto mehr lassen sie zu, dass täglich, stündlich der Verdacht weiter befeuert wird, dass der Islam eine Religion ist, die der Welt Angst macht und ihr nicht den Frieden bringt!“ (sm)

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  • BILD schmeißt Russland aus Olympia-Medaillenspiegel: Erfolge russischer Sportler „null und nichtig“

    Yevgenia Kanaeva, Goldmedaillengewinnerin in Rhythmischer Gymnastik bei den Olympischen Spielen von London.

    Yevgenia Kanaeva, Goldmedaillengewinnerin in Rhythmischer Gymnastik bei den Olympischen Spielen von London.
    Eigentlich liegt es am Internationalen Olympischen Komitee, eine Entscheidung über die Teilnahme russischer Sportler an den Spielen in Rio zu treffen. Wegen Dopingvorwürfen steht eine Komplettsperre des Teams im Raum. Nach dem Geschmack von BILD handelt das IOC jedoch nicht hart genug. So verkündet das Blatt vor jeder offiziellen Entscheidung schon einmal, Russland in der Olympia-Berichterstattung aus dem Medaillenspiegel zu streichen.

    Es ist nicht das erste Mal, dass BILD aus seiner Rolle eines berichtenden Mediums herausfällt und sich aufschwingt, aktiv auf politischen Entscheidungsprozesse einzuwirken. Überliefert ist zum Beispiel eine Mail-Aktionen des Blattes aus dem Jahr 2015, die sich an sämtliche Bundestagsabgeordnete richtete. Die Parlamentarier sollten vor der Abstimmung über eines von vielen Griechenland-„Hilfspaketen“ der BILD-Redaktion mitteilen wie sie abstimmen werden und die Gründe für ihre Entscheidung nennen. Die Schreiben wurden von einigen Beobachtern als Drohbriefe interpretiert.

    Ein weiteres Kapitel dieser Art ist der mediale Feldzug gegen den früheren Bundespräsidenten Christan Wulff. Nach knapp zwei Jahren im Amt musste dieser seinen Hut nehmen, Grund war eine vor allem von BILD aufgebauschte Gesichte um vorgebliche Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung von Wulffs Eigenheim. Als die Gerichte den Niedersachsen später freisprachen war das höchste Amt im Staat schon neu besetzt.

    Und auch in der Doping-Debatte um Russland ist es wieder einmal BILD, das sich vom „journalistischen“ Organ zum Entscheidungsträger befördern will: In einem kurz gehaltenen Kommentar gab Walter Straten, der Sportchef des Blattes, vor zwei Tagen bekannt, BILD werde Russland in seiner Berichterstattung über Olympia aus dem Medaillenspiegel streichen, sollte das Land Athleten nach Rio schicken dürfen. Verbunden ist die Ankündigung mit der klaren Aufforderung an das IOC nach dem Motto: „Wenn ihr nicht wie gewünscht handelt, handelt BILD.“ Namentlich unter Druck gesetzt wird in dem Kurz-Beitrag IOC-Chef Thomas Bach. Im Wortlaut heißt es:

    Thomas Bach und sein IOC haben sich auch gestern wieder vor einer klaren Entscheidung gedrückt.

    Wir tun das nicht!

    Sollte Russland an den Spielen teilnehmen dürfen, wird BILD es aus dem Medaillenspiegel streichen. Die Ergebnisse der russischen Sportler für null und nichtig erklären!

    BILD entscheidet dann mal: Kein Olympia mit Russland. Quelle: Screenshot http://www.bild.de/sport/olympia/olympia-2016/kein-medaillen-spiegel-mit-russland-46895642.bild.html
    BILD entscheidet dann mal: Kein Olympia mit Russland. Quelle: Screenshot http://www.bild.de/sport/olympia/olympia-2016/kein-medaillen-spiegel-mit-russland-46895642.bild.html

    Die eigenwillige Ankündigung des Blattes, über einen Teil der olympischen Spiele einfach nicht zu berichten, wäre vergleichbar mit einer Ansage des ZDF, am Tag der Bundestagswahl die Stimmen der AfD in der Wahlberichterstattung nicht zu nennen. Einerseits blanke Berufsverweigerung, andererseits sollen mit solch einem Gebaren die Entscheidungsträger in einer Art unter Druck gesetzt werden, die über die eigentliche Rolle von kritischem Journalismus weit hinausgeht. Wieder einmal verschwimmen im Hause Axel Springer die Grenzen zwischen Journalismus, Lobby-Arbeit, Interessenpolitik und PR.

    Warum ausgerechnet die Sportredaktion eines Boulevardblattes besser geeignet ist, die im Raum stehenden Doping-Vorwürfe gegen Russland zu bewerten als eigens dafür eingesetzte Untersuchungskommissionen, bleibt ebenfalls im Dunkeln.

    Doch wenn in der BILD-Sportredaktion ähnlich gearbeitet wird, wie im Politik-Ressort des Blattes, sollte sich der Olympia-Fan besser über nichts mehr wundern.

    https://deutsch.rt.com/inland/39580-bild-entscheidet-und-setzt-ioc/

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  • Terror weltweit: Die Stunde der Psychopathen

    Terror weltweit: Die Stunde der Psychopathen

    Am Dienstag bombardierten französische Flugzeuge Orte in Syrien. Dabei starben mindestens 120 Menschen. Zuvor hatte der französische Präsident gedroht, die Miliz Islamischer Staat in Syrien anzugreifen. Anlass: Ein französischer Bürger ermordete am Donnerstag bei einem Amoklauf 84 Menschen. Er ist nicht der einzige, der seinen erweiterten Selbstmord politisch aufwertet.

    von Malte Daniljuk

    Anfang Mai stach ein 27-Jähriger Mann in der S-Bahn bei Gräfing in Bayern auf mehrere Menschen ein. Eines der Opfer starb nach dem Angriff. Der Täter war barfuß unterwegs und kam direkt aus der Psychatrie. Er rief wohl auch etwas, das wie „Allahu Akbar“ klang.

    In Würzburg ging ein 17-Jähriger am Montag mit einer Axt auf Fahrgäste in einem Regionalzug los. Er griff eine aus Hongkong stammende chinesische Familie an. Angeblich hatte er zuvor eine Videobotschaft aufgenommen, in der sich als Kämpfer des Terrormiliz Islamischer Staat bezeichnet.

    Weniger Glück hatten Gäste in einem Nachtclub in den USA. Aufgrund der laxen Waffengesetze kam der Täter hier mit einem Sturmgewehr. Der 29-Jährige erschoss im Pulse-Club 49 Menschen. In dem Lokal hatte er selbst in den letzten Jahren häufig Kontakte zu Männern gesucht.

    Aber es braucht nicht immer Schusswaffen, um Menschen zu töten: Am vergangenen Donnerstag fuhr ein 31-Jähriger mit einem Kühl-LKW auf die Promenade von Nizza und tötete dort 84 Menschen. Der Täter war, Angaben seiner Familie zufolge, seit Jahren psychisch auffällig.

    Aber auch in Europa kann das anders gehen: Genau vor fünf Jahren ermordete ein damals 32-Jähriger mit einer selbst gebauten Bombe und mehreren Schusswaffen in Norwegen 77 Menschen. Er behauptete Teil einer weltweit agierenden Terrororganisation zu sein.

    In den anderen aufgezählten Fällen stellte der Täter oder die Medien eine Verbindung zum „Islamischen Staat“ her. In keinem Fall konnte irgendein direkter Kontakt nachgewiesen werden. Aus kriminalistischer Sicht handelt es sich in beinahe allen diesen Fällen um einen „erweiterten Suizid“.

    Die Gemeinsamkeiten dieser Fälle sind schnell aufgezählt: Wie immer bei Amokläufen handelt es sich bei den Tätern um Männer im jugendlichen oder mittleren Alter, die sozial isoliert sind und teilweise vorher durch psychische Probleme aufgefallen waren.

    Aber anders als bei unzähligen Schulmassakern gilt neuerdings all das als „Terror“ und als willkommener Anlass, damit Politiker und Sicherheitsbehörden „mehr Befugnisse“ herbeischreien können. Das französische Parlament verhängte für ein weiteres halbes Jahr einen Ausnahmezustand.

    Wie heute bekannt wird, ließ Präsident Hollande in den letzten Tagen Zivilisten in Syrien bombardieren. Am Dienstag starben mehr als 120 Zivilisten nahe der Grenze zur Türkei bei französischen Luftangriffen.

    Das syrische Außenministerium wandte sich mit einem Brief an den UN-Sicherheitsrat:

    „Die völlig ungerechtfertigte französische Aggression kostete das Leben von mehr als 120 Zivilisten, die meisten von ihnen sind Kinder, Frauen und ältere Menschen. Hinzu kommen mindestens zehn Verwundete, auch sie zumeist Frauen und Kinder“, berichtet das syrische Außenministerium.

    Zudem beschuldigt das syrische Außenministerium die USA, Frankreich, Saudi-Arabien, Großbritannien und Katar weiterhin islamistische Terrororganisationen wie Al-Nusra und Jaish Al-Islam zu unterstützen, obwohl diese Söldner-Truppen klare Verbindungen zum IS und zu A-Qaida haben.

    Noch in der Nacht der Amokfahrt von Nizza hatte sich Präsident Hollande hingestellt und behauptet, der „terroristische Charakter“ des Angriffs könne nicht geleugnet werden. „Wir werden jene zur Rechenschaft ziehen, die uns auf unserem eigenen Boden angreifen.“ Hollande stellte in Aussicht, den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien zu verstärken.

    Schon als im November eine Gruppe junger Franzosen und Belgier, die sich zuvor dem IS angeschlossen hatten, ohne dass die europäischen Sicherheitsbehörden etwas dagegen unternahmen, einen Terroranschlag in Paris verübten, hatte Hollande ohne weiteres Syrien bombardieren lassen. Es ist die Stunde der Psychopathen, und diese Stunde will nicht vorbeigehen.

    https://deutsch.rt.com/meinung/39581-terror-weltweit-stunde-psychopathen/

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  • Kommentar zur Türkei

    Erdogans Machtergreifung

    Auf dem Weg zum allmächtigen Präsidenten: Recep Tayyip Erdoğan Foto: picture alliance/dpa

    Auf dem Weg zum allmächtigen Präsidenten: Recep Tayyip Erdoğan Foto: picture alliance/dpa

    Beim Putsch in der Türkei denkt man unwillkürlich auch an die deutsche Geschichte. Das Attentat auf Hitler mit dem Versuch seiner Entmachtung am 20. Juli 1944 wurde vor allem von Offizieren geplant, wer anders hätte sonst auch etwas gegen ihn unternehmen können. Vorausgegangen waren schwierige Diskussionen.

    Hitler hatte zunächst die Demokratie beseitigen wollen, sich dann aber für den demokratischen Weg zur Machtergreifung entschieden. Hitler hatte einerseits dann doch die Demokratie beseitigt, andererseits war er durch Wahlen an die Macht gelangt und seinem Ermächtigungsgesetz wurde vom Reichstag mit Zweidrittelmehrheit zugestimmt. Allerdings hatte Hitler zuvor erst die freie Presse massiv eingeschränkt und dann auch noch die kommunistischen Abgeordneten aus dem Parlament entfernt, um diese Zweidrittelmehrheit erlangen zu können.

    Der Reichstagsbrand war in Wirklichkeit gar keine Gefahr für die Demokratie, sondern Hitlers vorausgegangene Demokratieeinschränkungen waren die eigentliche Gefahr. Seine nachfolgenden Säuberungmaßnahmen führten nicht zur der von ihm behaupteten angeblichen Bewahrung der Demokratie, sondern erst recht zu ihrer Beseitigung. Nach dem Attentat wurde den Offizieren ein Putschversuch

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  • Russland-Starjournalist über Brexit: „Großbritannien lässt die EU ausbluten“

    Der Brexit bringe Großbritannien wirtschaftlich große Vorteile, ist der russische Journalist Shevchenko sicher. Die Briten würden sich jetzt von der wachsenden Islamophobie innerhalb der EU distanzieren und versuchten die reiche Islamische Welt als Exklusivpartner zu gewinnen.

    „Großbritannien will sich von einem Europa distanzieren, dass sich zunehmend in Richtung Faschismus bewegt“, sagt Maksim Shevchenko, einer der angesehensten Journalisten und Moderatoren Russlands, zu „Pravda“.

    Die Briten entschieden sich am 23. Juni mit knapper Mehrheit für einen Austritt der EU. Shevchenko sieht durch den Brexit ein enormes wirtschaftliches Potenzial für Großbritannien. Die britische Regierung könnte nun zu einem exklusiven Partner der reichen islamischen Welt werden. Wodurch große Finanzströme aus den islamischen Ländern nach London und Washington fließen würden.

    Durch den Aufschwung der Rechten Parteien innerhalb der Europäischen Union und der zunehmenden Kritik am Islam, könnten sich die Briten nun als Freunde der islamischen Welt präsentieren.

    Shevchenko glaubt, die britische Regierung werde bei Verhandlungen mit dem Nahen-Osten sagen: „Nicht alle auf diesem europäischen Kontinent sind Islamophoben. Der Londoner Bürgermeister ist ein Muslim. Wir haben 6 Muslime im Oberhaus und 20 im Unterhaus“.

    Die Wirtschaftsbeziehungen zur islamischen Welt seien enorm wichtig für England und „12 Billionen US-Dollar“ wert, so der Journalist. „Dieses Geld wächst nicht auf den Bäumen“.

    Britische Königsfamilie – die „Herren der Welt“

    Die Briten würden Demokratie, Rechte und Freiheit niemals opfern, die sie von den Königsfamilien im laufe der Jahrhunderte erhalten hätten, fährt Shevchenko fort.

    Traditionelle britische Eliten, wie das Haus Hannover, seien sehr mächtig. Man solle sich vom Auftreten der „alten Lady“ Queen Elisabeth und ihrem „tollpatschigen“ Sohn Charles nicht täuschen lassen. „Sie beherrschen die Welt“.

    „Sie leben, wie sie wollen. William, Offizier der britischen Armee, heiratet Kate, Charles hat eine Geliebte und so weiter,“ sagt Shevchenko.

    Die herrschende britische Königsfamilie bezeichnet er als „Herren der Welt“. Sie seien die Köpfe des traditionellen royalistischen Clubs „die heute zur Faschisierung Europas beitragen“.

    Für Großbritannien wäre der Aufschwung der Rechts Parteien ein Segen. Die Briten würden von einem Rechtsruck in Europa massiv profitieren. „Wir befinden uns im entscheidenden Moment der Weltgeschichte,“ so der Journalist.

    Die Menschen sollten erkennen, was in der Welt vor sich gehe, was das britische Unterhaus wirklich sei und warum Großbritannien Europa verlasse. „Dadurch wird Europa ausbluten“. Die Briten hätten in der Geschichte immer so gehandelt. „Und sie werden es auch weiterhin tun.“ (so)

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