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Kommt 2017 die „EU-Revolution?“ (2)

von Guido Grandt

Der renommierte bulgarische Politologe Ivan Krastev warnte unlängst davor, dass 2017 ein „Revolutionsjahr“ wie 1917 werden könnte. Bekanntlich war jenes Jahr das, in dem die bolschewistische Revolution Russland erschütterte. Sprich: 2017 könnte das Schicksalsjahr der Europäischen Union werden. Denn laut Krastev haben entscheidende Ereignisse das Potential, die Welt, wie wir sie kennen, zu verändern!

Zerfällt das Zentrum der EU?

Schauen Sie: Am 4. Dezember 2016 wählen die Österreicher einen neuen Präsidenten. Entweder macht der Grüne Alexander van der Bellen das Rennen oder der FPÖ-Mann Norbert Hofer. Der zuletzt genannte denkt längst schon über einen EU-Austritt nach. Ebenfalls an diesem Tag stimmt Italien über wirtschaftliche Reformen ab. Diese Wahl könnte den letzten noch verbliebenen EU-Befürworter, Ministerpräsident Mario Renzi stürzen. Auch hier könnte der Verbleib in der Europäischen Union gekippt werden.

Vergessen Sie auch nicht den 17. März 2017: An diesem Tag wählen die Niederlande. Die Chancen, dass die Rechtspopulisten gewinnen, sind gegeben. Ebenso wählen im Mai 2017 die Franzosen ihren nächsten Präsidenten oder ihre Präsidentin. Diese könnte Marine Le Pen heißen, die rechte Front-National-Politikerin. Gewinnt sie, hat sie ihren Wählern bereits ein Referendum über den EU-Austritt nahe gelegt.

„Fallen“ also neben Großbritannien auch Österreich, Italien, Frankreich und die Niederlande, dann haben die restlichen EU-Granden nichts mehr zu lachen. Der Zerfall würde schneller gehen, als ich es in meinem Buch „2018 – Deutschland NACH dem Crash“ beschrieben habe.

Und dann noch die Bundestagswahl im Herbst 2017. Machen Bundeskanzlerin Angela Merkel & Co. erneut das Rennen, wird in Deutschland der EU-freundliche Kurs fortgeführt. Doch was, wenn nicht? Oder wenn in den Staaten, wie angeführt, die EU-Kritiker gewinnen? Dann wäre Deutschland im Zentrum Europas isoliert. Hinzu kommt noch US-Präsident Donald Trump, der sich mit Russland versöhnen will – im Gegensatz zu den EU-Politikern.

Kommt die EU-Revolution nächstes Jahr?

Andere Mitgliedsstaaten könnten sich auf Druck ihrer Bürger ebenfalls weitgehend unabhängig vom Staatenbund machen. Als erstes würden sie wohl ihre eigenen Grenzen schützen und damit das Schengen-Abkommen ad absurdum führen. Schauen Sie nur auf den Balkan, dort ist das längst Realität! Als nächstes würden die Staaten wohl über eigene nationale Währungen nachdenken. Das würde das Aus für den Euro bedeuten. Ebenso das Solidarprinzip hinsichtlich der Zahlungen an die EU kippen.

Und noch etwas wäre zu befürchten: Dass Staaten innerhalb „auseinanderbrechen!“ Sehen Sie nur, was in Spanien los ist. Dort gibt es eine gewaltige Unabhängigkeitsbewegung, die Katalonien und das Baskenland vom Mutterland Spanien abtrennen will. Auch in Belgien (Flamen und Wallonien) und anderswo gibt es solche Bestrebungen.

Sie sehen also: Die Zukunftsaussichten sehen mehr als düster aus! Die Möglichkeit einer „EU-Revolution“ 2017 ist durchaus gegeben!

Denken Sie immer daran: Sie haben ein Recht auf die Wahrheit!

Herzlichst Ihr

Guido Grandt

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